Borussia-Fans erobern Berlin

Volle Kurve beim Gastspiel im OIympiastadion

Die Borussia aus Mönchengladbach ist in der Fußball-Bundesliga mit Sicherheit so etwas wie das Phänomen der Hinrunde 2015/2016. Nach denkbar schlechtem Start und einer klaren Niederlage im ersten Spiel gegen die andere (im letzten Jahr kriselnde) Borussia aus Dortmund, setzte es in den folgenden Spielen fünf weitere Niederlagen. Die Mannschaft wirkte nach den Abgängen von Lars Kruse (zum VfL Wolfsburg) und Christoph Kramer (zurück nach Leverkusen) verunsichert und ängstlich.
Nach dem 0:1 im Derby beim 1.FC Köln lag die Borussia Mitte September punktlos am Tabellenende, was Trainer Lucien Favre schließlich dazu veranlasste, selbst die Reißleine zu ziehen. Nachdem sein Rücktritt als Cheftrainer vom Vorstand zunächst abgelehnt worden war, ging der Schweizer selbst an die Öffentlichkeit und machte den eigenen Rückzieher somit unumkehrbar.
Die Vereinsspitze war verständlicherweise unvorbereitet und so wurde die Verantwortung zunächst U23-Trainer André Schubert übertragen – es hieß, bis man einen Ersatz gefunden hat.
Dass der Mann aus der zweiten Reihe letztlich so einschlagen würde, damit hatte in Mönchengladbach wohl selbst der kühnste Optimist nicht gerechnet. Nach sechs Bundesliga-Spielen als Chef-Trainer lautet die makellose Bilanz des Mannes mit der Glatze: Sechs Spiele – sechs Siege; bei einem Torverhältnis von 21:6 Toren. Damit ist man in dem entsprechenden Zeitraum seit Mitte September sogar besser als die ewig von oben grüßenden Bayern aus München. Und da trotz eines Auswärtsspiels auf Schalke letztlich mit einem klugen 2:0 auch das Achtelfinale im DFB-Pokal erreicht wurde, ist die Saisonprognose am Niederrhein längst wieder in Richtung internationales Geschäft ausgerichtet. Schließlich kletterte man im Bundesliga-Tableau in nur sechs Wochen von Platz 18 bis auf Platz fünf.
Die Wucht, mit der die Borussia inzwischen auftritt, bekam an diesem Samstag auch die Hertha aus Berlin zu spüren. Mit 1:4 wurde der Hauptstadtclub aus dem Olympiastadion gefegt – und dass, obwohl man in Berlin auch nicht mal unbedingt schlecht in die Saison gestartet war.
Kein Wunder also, dass bei den Spreeborussen inzwischen wieder so etwas wie Zufriedenheit eingekehrt ist. Zumal man das eigene „Heimspiel“ der geliebten Borussia zusammen mit tausenden anderer Borussia-Fans feiern konnte, die von überall aus dem Bundesgebiet angereist waren, um sich zunächst im Ratskeller einzustimmen. Neben vielen Fans vom Niederrhein waren hier – über die Berliner Exilfans hinaus – auch Fans aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und sogar Bayern auszumachen. Sie alle bildeten die Speerspitze einer Fanszene, die offensichtlich im gesamten Bundesgebiet und darüber hinaus beheimatet ist.
Alles in allem: Nicht nur ein starker Auftritt der Borussia im Olympiastadion, sondern auch ein starker Auftritt ihrer Fans. Vor und nach dem Spiel war Spandau rund ums Rathaus in grün-weiß-schwarz getaucht.

Fanclub: Spreeborussen ’86
Verein: Borussia Mönchengladbach
Stadion: Olympiastadion, Olympischer Platz 3, 14053 Berlin-Charlottenburg

Fußball-Bundesliga 2015/2016, 11. Spieltag
Hertha BSC Berlin – Bor. Mönchengladbach 1:4 (0:2)

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