Interview mit einem Sankt-Pauli-Fan

Holger hat in Berlin in der Astra-Stube ein Stück Hamburger Heimat gefunden

Holger ist fast 53 Jahre alt und sein Herz schlägt für den FC St. Pauli, seit er denken kann. In der Jugend hat er sogar selbst einmal für den Kiezclub gegen den Ball getreten. Seit ein paar Jahren und nach ein paar Umwegen ist der gebürtige Hamburger nun in Berlin gelandet. Der Liebe zu seinem Verein hat das keinen Abbruch getan, zumal er mit der Astra Stube ein Stück Heimat mitten in Neukölln gefunden hat. »Wenn ich hier in die Kneipe komme, ist das, als würde ich zu Hause auf’m Kiez in’ne Kneipe gehen. Von der Atmosphäre bis zum Bier stimmt hier alles«, meint Holger in unserem Interview mit einem sichtlichen Glänzen in den Augen und fügt hinzu: »Ich wohne im Wedding, muss bis hier in die Astra Stube durch die halbe Stadt – aber das nehme ich gerne in Kauf.« Und so trifft man Holger so oft es geht in seiner Stammkneipe – und zwar nicht nur, wenn der FC St. Pauli spielt.
Sein Fanclub, die Scarecrows Sankt Pauli, sehen sich eher als loser Verbund, denn als straff durchorganisierter Fanclub. Überhaupt trifft man in der Astra Stube auch viele Sankt-Pauli-Fans, die in gar keinem Fanclub Mitglied sind, sondern einfach nur guten Fußball sehen wollen. Das war in der letzten Saison bei St. Pauli eher schwierig, dafür läuft es in der aktuellen Spielzeit umso besser.
An diesem Montag jedenfalls werden sich die Fans gefreut haben, denn das Fußballspiel nach unserem Interview lief für St. Pauli besser als nach Plan. Mit 4:0 hielt man die Fortuna aus Düsseldorf deutlich auf Distanz und hatte mit Lennart Thy sogar einen vierfachen Torschützen in den eigenen Reihen. Während in der Astra Stube also gejubelt wurde, war das Filmteam an diesem Abend nach dem Interview längst schon weitergezogen – nur ein paar hundert Meter die Sonnenallee Richtung Hermannplatz hoch und dann rechts in die Hobrechtstraße in die Lenau Stube zu den Fortuna-Fans der Havelpralinen. Was wir dort dann erlebten, folgt im nächsten Bericht. Dir, lieber Holger, und allen Sankt-Pauli-Fans in der Astra-Stube sei jedoch gesagt: Wir kommen wieder! Versprochen!

Fanclub: Scarecrows Sankt Pauli
Verein: FC St. Pauli
Fankneipe: Astra Stube, Weichselstraße 62, 12043 Berlin-Neukölln

Zweite Fußball-Bundesliga 2015/2016, 14. Spieltag
FC St. Pauli – Fortuna Düsseldorf 4:0 (2:0)

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DreharbeitenFC St. PauliFerne Liebe
6 Kommentare zu diesem Beitrag
  • Ratlose Fortuna-Fans – Ferne Liebe
    11 November 2015 at 0:16
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    […] dem Interview in der Astra-Stube ging es dann also ein paar hundert Meter die Sonnenallee runter und dann rechts in die […]

  • Lino
    12 November 2015 at 2:18
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    Pauli-Fans….meine Fresse….Sankt Pauli….ihr Honks

  • Martin
    12 November 2015 at 11:18
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    Mag ja sein. Trotzdem die Frage: Muss man deshalb gleich ausfallend werden? Wenn wir über Sankt Pauli alles wüssten, bräuchten wir keine Interviews mehr zu führen…

  • Ralf
    12 November 2015 at 11:37
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    Moin, ich finde Linos Kommentar ziemlich daneben, würde mich allerdings sehr freuen, wenn ihr euch vom Bildzeitungsniveau abheben würdet und von St. Pauli Fans schreiben könntet denn so heisst der Stadtteil und der Verein nunmal. Pauli ist, glaube ich, der Name eines Maulwurfes, um den geht’s hier aber eher nicht!

    Beste Grüße aus der Hansestadt

    • Martin
      12 November 2015 at 12:01
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      Hallo Ralf, gut gemeinten Hinweisen und konstruktiven Ratschlägen kommen wir immer gerne nach und da es in der Tat nicht um einen Maulwurf geht, haben wir selbstverständlich aus den Pauli-Fans – wie es sich gehört – Sankt-Pauli-Fans gemacht. Danke.

  • Kai
    12 November 2015 at 14:00
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    Moin,

    immer mit der Ruhe. In der Tat kann das freundlicher formuliert werden. Aber zusätzlich möchte ich noch ein paar weitere Punkte beitragen, warum uns das „Sankt“ so wichtig ist.

    Der Begriff „Pauli“ wird seit Ewigkeiten konsequent von def Hamburger Bildzeitung verwendet. Der für unseren Verein hauptverantwortliche sogenannte Journalist heisst Thomas „Turbo“ Dierenga und ist aus Sidht vieler Anhänger eher im reaktionären Lager zu verorten. Turbo mag die Fanszene überhaupt nicht, schreibt ganz im Stile seines Blattes stetig Unsinn wie zB hier http://www.bildblog.de/44172/denkt-wieder-niemand-an-die-kinder/ und…ja zeichnet nach aussen sein „Pauli“ Bild das entweder auf eine Ansammlung linksradikaler Terroristen oder wahlweise auf eine Mallorca Party am Spielfeldrand schliessen lässt. Beides ist komplett falsch.
    Die Blöd lesende Allgemeinheit nimmt das auf und verwendet es so immer und immer und immer wieder.

    Bundesweit sind Aussagen wie : „Geil, ja Pauli is Kult. Bei Euch kommt die Currywurst ja mit der Eisenbahn ( eine Anspielung auf eine Bretterbudenartige Loge einer Hamburger Agentur auf Pfeilern oberhalb der ehemaligen Gegengerade ) , und ach ja und ihr habt doch diesen schwulen Theaterdirektor als Präsidenten, ja das passt allles so verrückt da“…

    Der Theaterdirektor ist sein 5 Jahren kein Präsident mehr! Und die Bilder hat diese Zeitung denen ins Hirn geschmiert. Und von diesen Typen die wir „Paulis“ oder auch nur „Party Paulis“ nennen, kommen auch stets reichlich ins Stadion. Und sagen immer Pauli, Pauli, Pauli…und darauf kann jemand auch mal dünnhäutig reagieren. Denn es geht uns um viel mehr. In Hamburg, Berlin und anderswo. Worum…guckt Ihr zB hier: http://www.fcstpauli.com/home/verein/mitgliedschaft/leitlinien

    Just my 3 coins!

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